Fortbildungsreise nach Andalusien

Anfang Mai fand in Andalusien eine Fortbildungsreise statt. Organisiert wurde das Ganze vom Bundesverband für klassisch- barocke Reiterei und es knüpfte nach gut 4 Jahren an unsere Fortbildungsreise in Portugal an.

Unsere Reisegruppe bestand aus meinen Trainerkolleginnen Agnes Trosse, Svenja Brauer und Judith Richter. Außerdem waren noch Judiths Mann Dirk, Svenjas Freundin Elena und mein Freund Kion mit dabei. Unsere Gruppe passte perfekt, die Stimmung war super wir genossen jede Minute.

Wir hatten ein tolles Haus (wie eine "Modelvilla"... grins...) in Sanlucar und nutzen schon die zwei Tage vor der Fortbildung um uns bei sommerlich heißen Temperaturen Cadiz und Sanluca anzuschauen. Außerdem waren wir in Tarifa am Strand reiten. Dort hatten wir super Pferde und riesen Spaß!

Agnes hatte eine Reitstunde bei Rafael Soto gebucht, der dann leider verhindert war und sein Sohn Rafa übernahm. Agnes durfte eine junge spanische Stute reiten, die zur Ausbildung dort war. Ein sehr talentiertes Pferd.

Dann startete das Fortbildungsprogramm mit einem Besuch der Königlichen Hofreitschule, der Real Escuela Andaluza del Arte Ecuestre in Jerez. Die Fortbildungsgruppe bestand aus gut 80 Leuten und war somit so groß, das sie teilweise geteilt werden musste. Viele alte und bekannte Gesichter waren dabei, aber auch unbekannte und neue Leute konnten wir kennenlernen. Wir wurden zunächst von Rafael Soto, Leiter der Hofreitschule, in der Reithalle begrüßt. Während eine Bereiterin einen Hengst ritt erklärte Herr Soto und beatwortete auch Fragen. Danach wurden uns einige Schulspringer an der Hand präsentiert. Weiter ging es mit einer Führung durch die Ställe und das Kutschenmuseum, die leider etwas hektisch und "tourimäßig" verlief. Im Anschluss besuchten wir noch die Vorführung in der Reithalle. Insgesamt war für mich der Besuch der Hofreitschule entäuschend. Natürlich gab es wunderschöne Hengste zu sehen, aber der Umgang mit ihnen gefiel mir nicht. Im Vergleich fand ich die Portugiesen deutlich netter und freundlicher mit den Pferden.

Der zweite Fortbildungstag startete im Militärgestüt, etwas außerhalb von Jerez. Hier bekamen wir eine wirklich tolle und sehr interessante Führung von einer sehr herzlichen und kompetenten Dame. Im Militärgestüt werden nicht nur spanische Pferde gezüchtet, sondern auch Araber. Wir bekamen viele Zuchtstuten, Jungpferde und Fohlen zu sehen. Die Pferde ware alle gut gepflegt und sehr freundlich der riesigen Besuchergruppe gegenüber.

Nachmittags kam dann ein echtes Highlight. Wir durften Dank Richard Hinrichs guter Kontakte zu Alvaro Domeque sein Anwesen besuchen. Schon die Fahrt dorthin durch eine wunderschöne Landschaft war großartig und das Anwesen einfach nur traumhaft schön. Wir wurden herzlichst empfangen und vor dem Wohnhaus hatte man unter Palmen Tische für uns eingedeckt, an denen wir fürstlich verköstigt wurden. Im Anschluss führte man uns über das Anwesen zur kleinen runden Reithalle. Hier gab es eine kleine aber feine Vorführung zu sehen. Stuten mit Fohlen Hengste in der Doma Vaquera und Doma Classica.

Familie Domeque ist seit vielen Generationen eine der einflussreichsten Familien in Andalusien und hat sich der Zucht von Stieren und Pferden und dem Stierkampf verschrieben. Bei der anschließenden Führung war auch Alvaro Domeque selbst kurz anwesend und es wurde und ganz viel rund um den Stierkampf und seine Tradition in Andalusien erzählt. Familie Domeque war überaus herzlich, gastfreundlich und beantwortete bereitwillig alle Fragen. Zum abschluss durften wir noch Stiere auf der Weide aus nächster Nähe anschauen. Ein beeindruckender Anblick und schön zu sehen, wie natürlich die Stiere dort aufwachsen dürfen.

Der dritte und letzte Tag führte uns zum Staatsgestüt, der Yeguada de la Catuja, auch etwas außerhalb von Jerez. Zu Beginn bekamen wir auch dort eine Führung von einer sehr sympathischen und kompetenten Dame. Außerdem durften wir die Hengste in den Ställen, die Jungpferde auf den Padocks und die eigene Tierklinik anschauen. Auch hier waren die Pferde wieder überaus freundlich und aufgeschlossen und natürlich wunderschön. Zum Ende gab es noch tolle eine Vorführung zu sehen, mit einer klassischen Cobra, wunderschönen Kutschen, einem Pas de Deux, Jungpferden, Langzügel und sogar etwas Freiarbeit zu bestaunen.

Am nächsten Tag war unsere Rückreise. Wir fuhren mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Zeit war nur so verflogen und wir hätten gerne noch etwas Urlaub und Erholung rangehängt. Für uns war Andalusien auf jeden Fall eine Reise wert und wir werden gerne wieder kommen. Auch wenn uns nicht alles was wir zu sehen bekamen gefiel, waren wir beeindruckt von dem Traditionsbewusstsein, dem Stolz, der Leidenschaft und Liebe für die Pferde und natürlich begeistert von der Schönheit und der Freundlichkeit der Pferde!

Fotos sind von mir und Agnes Trosse und spiegeln sicherlich viele Eindrücke viel besser wie Worte!

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