Mitgliederreise des Team Légèrtè zur Fürstlichen Hofreitschule Bückeburg

Einmal im Jahr organisiert das Team Légèrtè eine Mitgliederreise. In diesem Jahr ging es zur Fürstlichen Hofreitschule nach Bückeburg.

Ich wollte schon seit Jahren immer mal nach Bückeburg, doch irgendwie kam immer etwas dazwischen. Um so mehr freute ich mich als es am 8.Oktober wirklich los ging!

Wir waren insgesamt acht Mitglieder vom Verein und bildeten Fahrgemeinschaften. Samstag früh trafen wir uns in Hamburg und dann ging es weiter nach Bückeburg. Wir kamen problemlos durch und trafen vor Ort auf den Rest unserer Gruppe.

Schon der erste Eindruck der Fürstlichen Hofreitschule ist beeidruckend! Eingebettet in das historische Ambiente des Schloss Bückeburg und dessen Schlossparks, hat es einen ganz besonderen Charme. Der Andrang vor dem historischen Reithaus war riesig! Über 170 (!!!) Interessierte fanden sich ein und standen Schlange um einen Platz auf der Tribühne zu ergattern. So startete mit etwas Verspätung gegen 10.30 Uhr das Seminar " Versammlung- Piaffe und Co"!

Christin Krischke, Direktorin und die Stimme der Hofreitschule, begrüßte die Gäste und los ging es mit dem theoretischen Teil. Dieser fiel alles andere als trocken aus! Kurz, knackig und spritzig, belebt mit Bildern auf einer Großbildleinwand führte Christin die Gäste an das Thema Versammlung heran. Neben ihrer direkten und sympatischen Art beeidruckte sie mit unglaubliche Fachwissen und historischen Kenntnissen. Das machte Lust auf mehr!

Dann ging es weiter mit dem praktischen Teil! Zunächst wurden zum Thema Piaffe viele unterschiedliche Pferde an der Hand und später auch unter dem Sattel gezeigt. Hier übernahm Wolfgang Krischke überwiegend die Moderation, jedoch brachte Christin sich immer wieder mit ein. Die Pferde, der unterschiedlichsten Barockpferderassen, waren von jung bis alt und wunderschön! Aber, was ich sehr sympatisch fand, in den meisten Fällen nicht immer perfekt. Fast jedes Pferd hatte irgendwo eine Schwäche, einen Mackel oder durch seine Vorgeschichte schon schlechte Erfahrungen gesammelt. Hier wurde immer ganz offen und ehrlich mit umgegangen und unter Einbeziehung des Publikums nach Lösungsvorschlägen gesucht und diese auch sofort "getestet"!

Wir sahen wirklich so viele unterschiedliche Pferde und wirklich sehr, sehr schöne Piaffen!

Mit diesen schönen Bildern ging es gegen 14 Uhr in die Mittagspause. Wir hatten uns zum Mittagsbüffet in der Schlossküche angemeldet und wurden dort mit wirklich reichhaltigem und leckerem Essen verwöhnt.

Um 15 Uhr ging es weiter mit der Reitkunstvorführung. Hier moderierte wieder Christin. Wolfgang und einige Bereiter und Auszubildende zeigten in prächtigen Kostümen mit ihren wunderschönen Hengsten Lektionen der Hohen Schule unter dem Sattel, im Damensattel, Schulsprünge an der Hand und auf sehr amüsante Art und Weise auch das Ringstechen.

Um 16 Uhr ging es dann weiter mit dem praktischen Teil des Seminars. Von der Piourette, bis hin zum Terre á Terre, Mezair, Coubette, Schulhalt und der Levade war jetzt das Themengebiet. Wieder wurden uns unterschiedliche Pferde gezeigt. Vom jungen Pferd, was erste Ansätze zeigte, Berittpferde die "korrigiert" wurden oder "alte Hasen" die mit ihrem Können begeisterten. Wir sahen Pferde an der Hand, unter dem Sattel und zu guter Letzt auch am Langen Zügel.

Wieder gab es ganz wunderbare Bilder zu sehen. Mich begeisterte den ganzen Tag über die absolute Ruhe und Gedult im Umgang mit den Pferde, immer freundlich aber konsequent und immer genau auf das jeweilige Pferd angepasst. Ängstliche Pferde wurden sanft beruhigt, temperamentvolle Pferde geschickt runtergefahren, etwas phlegmatische Pferde geweckt. Immer wieder wurde betont, dass das jeweilige Pferd den Weg vorgibt und auch mitbestimmen darf, was z.B. Zäumung und Gebiss angeht. Alle Pferde wurden überschwänglich gelobt und arbeiteten stets freudig mit. Auch der Umgang unter den Menschen war auffallend freundlich und ruhig und schaffte so eine echte Wohlfühlatmosphäre.

Der Tag endete mit einer Diskussionsrunde. Die Zuschauer konnten alle Fragen stellen, die sie noch auf dem Herzen hatten und Christin und Wolfgang waren voll in ihrem Element und fanden stets fachkundige, aber auch unterhaltsame und sehr direkte Antworten.

Unsere Gruppe brach auf, den die Köpfe waren voll mit Informationen und tollen Bildern und der Magen knurrte. Wir verbrachten noch einen schönen Abend beim Italiener mit super leckerem Essen und natürlich wurde sich auch noch mal über den Tag ausgetauscht.

Am nächsten Tag starteten wir mit einem Besuch des Marstalls und des Museums. Wir bewunderten einen Teil der Pferdeschönheiten, die wir am Tag zuvor gesehen hatten und waren begeistert von der kleinen, aber feinen historischen Sammlung im Museum.

Anschließend ging es zur exklusiven Morgenarbeit ins Reithaus. Das Besondere an diesem Morgen war die musikalischen Untermalung von einem Lautenspieler. Dieser war in die Mitte der Reitbahn gemütlich in einem Sessel platziert worden und die Pferde und Reiter der Hofreitschule tummelten sich wortwörtlich um ihn herum. Die Reiter stellten sich und ihr Pferd kurz vor und zeigten bzw übten dann einige Lektionen. Danach konnten die Zuschauer wieder Fragen stellen, es machte aber den Anschein, das der größte Teil der Zuschauer einfach nur die schöne Atmosphäre und die harmonischen Bilder genoss. Ein ganz besonderes Highlight war auch an diesem Tag wieder der junge ungarische Auszubildende der Hofreitschule. Der junge Mann begeisterte mit seinem absolut ruhigem, nahezu perfekten Sitz und seiner sanften und gefühlvollen Hand. Als dieses vom Publikum wohlwollend bemerkt und auch kundgetan wurde, bedankte er sich gerührt mit Tränen in den Augen.

Die Morgenarbeit war beendet und ich nutzte noch die Chance um Christin Krischkes Buch "Du entscheidest- Reiten mit gutem Gewissen!" käuflich zu erwerben und ließ es mir auch signieren. Die Wittmung hat fast etwas von Kalligraphie! Ihr Buch kann ich jedem Reiter nur empfehlen und ans Herz legen!

Und Bückeburg ist in jeder Hinsicht immer eine Reise wert!

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